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Weltweite Halloween-Tradition – 11 Feste, die du bisher vielleicht noch nicht kanntest

Kürbisse schnitzen und „Süßes oder Saures“ rufen kennt jeder, aber Halloween wird weltweit ganz anders gefeiert. Wir stellen dir 11 besondere Bräuche vor, von geschmückten Totenschädeln in Bolivien bis zu leuchtenden Rüben in der Schweiz.

robingrimm

Veröffentlicht: 29. Oktober 2026

Die Halloween-Tradition ist rund um die Welt verbreitet – und es wird auf die unterschiedlichste Art und Weise gefeiert. 

Es gibt das klassische Brauchtum – kunstvoll verzierte Schädel, der typische geschnitzte Halloween-Kürbis – aber auch ungewöhnliche Dinge wie Räbechilbi in der Schweiz, wo statt Kürbissen Rüben geschnitzt werden. Nicht immer und überall geht es um Verkleiden und Süßigkeiten.

Diese Traditionen reichen weit über die keltischen Wurzeln von Halloween und das klassische „Süßes oder Saures“ hinaus, das in den 1950er Jahren in den USA populär wurde. Hier stellen wir dir elf Bräuche zur Halloween-Zeit aus Südamerika, Europa und Asien vor. 

Wenn du also überlegst, rund um Halloween zu verreisen, ist dieser Guide für dich. Vielleicht willst du spontan nach Litauen, um Vėlinės zu feiern, oder du fliegst nach Brasilien für Dia do Saci. 

Die Übersicht hilft dir, das für dich beste Reiseziel zu finden. 

Halloween-Tradition – 11 Bräuche auf der ganzen Welt

Die amerikanische Tradition von Halloween stammt vom keltischen Samhain-Fest ab, das das Ende des Sommers markierte. Die Kelten glaubten zudem an eine durchlässige Grenze zwischen der Welt der Toten und den Lebenden. 

In den USA wird Halloween jedes Jahr in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November gefeiert. Der Name selbst kommt übrigens vom englischen Begriff „All Hallows’ Eve“.

Aber um die Halloween-Zeit herum wird auf der ganzen Welt gefeiert. Wir stellen dir elf Bräuche zu Halloween und deren Bedeutung vor, die du bisher vielleicht noch nicht kanntest.

Übrigens: Manche Feste finden nicht am 31. Oktober statt, sondern später im November.

LandTraditionWann
BrasilienDia do Saci31. Okt.
PeruDía de la Canción Criolla31. Okt.
PortugalPão-por-Deus1. Nov.
PhilippinenPangangaluluwa and Undas1.-2. Nov.
LitauenVėlinės1.-2. Nov.
EcuadorColada morada and guaguas de pan2. Nov.
IndienBhoot Chaturdashi7. Nov. 
BolivienDía de las Ñatitas8. Nov. 
EstlandMardipäev10. Nov. 
SchweizRäbechilbi14. Nov. 
KambodschaPchum Ben10.–12. Okt. (in diesem Jahr bereits vorbei)

1. Brasilien: Dia do Saci – die Folklore-Antwort auf Halloween

Der Ursprung dieses Gedenktages ist noch nicht so alt: Im Jahr 2003 schlug ein brasilianischer Abgeordneter den „Saci-Tag“ am 31. Oktober vor. Die Idee war, die reiche brasilianische Folklore zu feiern, anstatt ein importiertes Gruselfest zu übernehmen. Der Bundesstaat São Paulo machte den Feiertag im darauffolgenden Jahr offiziell.

Benannt ist das Fest nach der legendären Folklorefigur Saci-Pererê. Er hat nur ein Bein, trägt eine magische rote Mütze und raucht Pfeife. Als verspielter Kobold versteckt er Gegenstände, vertauscht Salz mit Zucker und flicht Knoten in Pferdemähnen.

Am 31. Oktober veranstalten Schulen, Bibliotheken und Kulturzentren Märchenstunden rund um Saci-Pererê. Einige Städte organisieren außerdem Paraden, Konzerte und Theateraufführungen, bei denen die brasilianische Folklore im Mittelpunkt steht.

2. Peru: Día de la Canción Criolla

In Peru ist der 31. Oktober gleich doppelt besonders: Es ist sowohl Noche de Brujas (die Nacht der Hexen) als auch der Día de la Canción Criolla. Dieser Feiertag wurde 1944 ins Leben gerufen, um die traditionelle Musik der Küstenregion (Música criolla) zu ehren.

Die Einheimischen feiern in traditionellen Lokalen (Peñas) oder Gemeindehäusern bei Livemusik, Tanz und gutem Essen. Gleichzeitig verkleiden sich die Kinder und gehen auf Noche de Brujas-Kostümpartys in Einkaufszentren oder Schulen.

Die Feierlichkeiten gehen am nächsten Tag nahtlos weiter: Zu Allerheiligen (Todos los Santos) backen Familien traditionelle Tantawawas (Brotbabys). Als Symbol für das Leben nach dem Tod und die Verbundenheit mit den Ahnen werden die Brote an Verwandte verschenkt oder als feierliche Opfergabe dargebracht.

3. Portugal: Pão-por-Deus

Pão-por-Deus („Brot für Gott“) ist ein portugiesischer Brauch, der dem klassischen „Süßes oder Saures“ (englisch: „Trick or Treat“) stark ähnelt – allerdings Jahrhunderte älter ist. 

Am 1. November ziehen Kinder von Tür zu Tür, rufen „Pão-por-Deus“ und sagen traditionelle Reime auf. Dafür bekommen sie Brot, Kuchen, Nüsse oder Granatäpfel. Das Ganze geht auf ein uraltes Brauchtum zurück, bei dem den Verstorbenen bestimmte Speisen dargebracht wurden.

Einige Berichte bringen die Geschichte der Tradition auch mit dem verheerenden Erdbeben von Lissabon am 1. November 1755 in Verbindung. Überlebende, die damals alles verloren hatten, gingen im Jahr darauf von Haus zu Haus und baten um „Pão-por-Deus“.

4. Philippinen: Pangangaluluwa und Undas

Auf den Philippinen zogen Gruppen früher am Abend des 31. Oktobers von Tür zu Tür (Pangangaluluwa). In der Rolle von umherirrenden Seelen aus dem Fegefeuer sangen sie Lieder und baten um Gebete und Essen, traditionell Kakanin (klebrige Reiskuchen).

Über die Jahre hat sich Pangangaluluwa weitgehend in den westlichen Halloween-Brauch „Süßes oder Saures“ verwandelt. Einige Gemeinden lassen den ursprünglichen Brauch jedoch wieder aufleben: In Sariaya (Provinz Quezon) etwa wurde Pangangaluluwa 2005 von örtlichen Kulturräten als gemeinschaftliches Event wiederbelebt.

Ein weiteres wichtiges Fest ist Undas, das Allerheiligen (1. November) und Allerseelen (2. November) miteinander verbindet. Familien kommen auf den Friedhöfen zusammen und übernachten sogar dort. Sie zünden Kerzen an, teilen Mahlzeiten und gedenken gemeinsam ihrer Verstorbenen.

Der Nordfriedhof von Manila gehört zu den bekanntesten Treffpunkten. Wenn du vorhast, dorthin zu gehen, stelle dich auf dichten Verkehr und große Menschenmengen ein. Auch die Mobilfunknetze sind dann oft überlastet. 

Besorge dir deshalb am besten vor der Abreise eine philippinische SIM-Karte oder eine eSIM für die Philippinen und lade Kartenmaterial vorab herunter.

5. Litauen: Vėlinės – wenn Friedhöfe leuchten

In den Nächten vom 1. bis 2. November besuchen litauische Familien die Friedhöfe, um ihrer Verstorbenen zu gedenken. Diese Tradition heißt Vėlinės. Da jede Familie Kerzen auf den Gräbern anzündet, erstrahlt das gesamte Areal nach Einbruch der Dunkelheit in einem warmen Glanz.

Besonders atmosphärisch lässt sich dieses bewegende Lichtermeer auf den Friedhöfen Rasos und Antakalnis in Vilnius erleben. Falls du einen Besuch planst, bringe eine Kerze mit. Verhalte dich immer respektvoll: Sei nicht zu laut und fotografiere keine trauernden Menschen.

6. Ecuador: Colada morada und Guaguas de pan

In Ecuador geht das Gedenken der Toten durch den Magen.

Am 2. November, dem Día de los Difuntos, trinken Familien im ganzen Land Colada morada. Das ist ein dickflüssiges Getränk aus Mais, eingekochten Früchten, Beeren und Gewürzen.

Traditionell wird Colada morada zusammen mit Guaguas de pan serviert. Dabei handelt es sich um ein süßes Hefegebäck in Babyform, verziert mit bunter Glasur und manchmal gefüllt mit Marmelade oder Käse. Ab Ende Oktober findest du diese Leckereien in Bäckereien überall in Quito.

7. Indien: Bhoot Chaturdashi

In Westbengalen wird am 7. November Bhoot Chaturdashi gefeiert – ein Fest, das die Vorfahren ehrt und unerwünschte Geister fernhalten soll.

Dazu werden 14 kleine Öllampen (Choddo prodip) angezündet, die den Seelen der Ahnen den Weg nach Hause weisen. Außerdem isst man 14 verschiedene Blattgemüsesorten (Choddo shaak), um sich vor Krankheiten und negativen Energien zu schützen.

Kolkata ist ein faszinierender Ort, um diese Tradition zu erleben. Der Tag endet aber nicht mit dem Fest, sondern mündet direkt in die folgenden Feiertage Kali Puja (eine Nacht der Anbetung der Göttin Kali) und Diwali (das berühmte „Fest der Lichter“). In diesen Tagen erstrahlt die Stadt in voller festlicher Pracht.

8. Bolivien: Día de las Ñatitas

In Bolivien beginnt die Zeit des Gedenkens mit Todos Santos am 1. und 2. November. Familien errichten dafür aufwendige Hausaltäre und besuchen die Gräber ihrer Angehörigen.

Eine Woche später, am 8. November (Día de las Ñatitas), schmücken tausende Menschen in La Paz echte menschliche Totenschädel (Ñatitas) mit Blumen, Mützen und Sonnenbrillen. Danach tragen sie die Schädel zum Hauptfriedhof, wo ihnen Kokablätter, Kerzen und Gebete dargebracht werden. Viele Einheimische glauben, dass ihre Ñatitas das Haus schützen und Glück bringen.

Wenn du den Friedhof besuchst, denke daran: Es handelt sich um ein tief verwurzeltes spirituelles Ritual und keine Halloween-Party. Frage daher immer um Erlaubnis, bevor du Fotos machst. 

Beachte außerdem, dass La Paz etwa 3.600 m über dem Meeresspiegel liegt; nimm dir also etwas Zeit zur Akklimatisierung, bevor du auf Erkundungstour gehst.

9. Estland: Mardipäev

Estlands Mardipäev ist eine nordische Folk-Variante von „Süßes oder Saures“ und markiert das Ende der Erntezeit.

Am 10. November ziehen verkleidete Gestalten, die sogenannten Mardisandid, von Tür zu Tür. Sie tragen dunkle, zerschlissene Kleidung, singen Volkslieder, stellen Rätsel und sammeln Leckereien ein. Im Gegenzug wünschen sie den Bewohnern Glück und Segen.

Am 25. November folgt das helle Gegenstück: Kadripäev. Nach dem alten Volkskalender läutet dieser Tag den Winter ein. Hierbei ziehen Gruppen in heller Kleidung von Haus zu Haus und segnen das Vieh und die Hoftiere.

10. Schweiz: Räbechilbi in Richterswil

In der Schweizer Seegemeinde Richterswil schnitzen die Menschen im Herbst keine Kürbisse, sondern Herbstrüben („Räben“).

Lange bevor der Kürbis zum Symbol für Halloween wurde, dienten nämlich ausgehöhlte Rüben in den dunklen Monaten als praktische Laternen.

Beim berühmten alljährlichen Fest der Räbechilbi verwandeln sich rund 30 Tonnen Rüben in leuchtende Kunstwerke. Diese erleuchten die Straßen während eines riesigen abendlichen Umzugs.

Die Tradition reicht mindestens bis in die 1860er-Jahre zurück. Im Jahr 2026 findet das Spektakel am 14. November statt, und der Umzug startet gegen 18:00 Uhr in Bahnhofsnähe.

Richterswil lässt sich von Zürich aus unkompliziert mit einer S-Bahn ohne Umstieg erreichen.

11. Kambodscha: Pchum Ben – das Fest der hungrigen Geister

In Kambodscha dauert das Totengedenken 15 Tage und heißt Pchum Ben. Man glaubt, dass sich in dieser Zeit die Tore der Unterwelt öffnen und rastlose Geister zurückkehren, um nach Nahrung und Erlösung zu suchen.

Familien gehen in buddhistische Pagoden, bringen den Mönchen Mahlzeiten dar und werfen kleine Bällchen aus Klebreis (Bay ben) auf den Boden. Diese sind für die hungernden Geister bestimmt, die keine lebenden Verwandten mehr haben.

Die Hauptfeierlichkeiten haben 2026 bereits stattgefunden (10.–12. Oktober). Wenn du dieses bewegende Ritual erleben möchtest, kannst du es dir für das nächste Jahr vormerken.

Welche dieser Traditionen kannst du dieses Jahr noch erleben?

Es gibt noch viele Gelegenheiten, diese faszinierenden Bräuche hautnah zu entdecken:

  • Brasilien und Peru: Die Festlichkeiten starten bereits an diesem Wochenende, am Samstag, den 31. Oktober.
  • Anfang November: Dies ist die intensivste Zeit – in Portugal, auf den Philippinen, in Litauen, Ecuador, Indien und Bolivien wird zwischen dem 1. und 8. November gefeiert.
  • Mitte November: Zu dieser Zeit sind Estland und die Schweiz perfekte Reiseziele.

Du kannst dich nicht entscheiden, wohin es gehen soll? Wenn du viel Zeit mitbringst, probiere eine Rundreise durch Südamerika. Vielleicht auch im nächsten Jahr, wenn dir dieses Jahr zu spontan sein sollte. 

Mit etwas Planung und einer Reise-eSIM oder SIM-Karte für Südamerika kannst du zwischen Peru, Bolivien und Ecuador reisen und die Bräuche aller drei Länder in etwas mehr als einer Woche erleben:

  1. Starte in Peru beim Día de la Canción Criolla am 31. Oktober und Todos los Santos am 1. November.
  2. Fliege nach Quito und genieße Colada morada am Día de los Difuntos, dem 2. November.
  3. Beende deine Reise in La Paz beim Día de las Ñatitas am 8. November.

Ganz gleich, wohin deine Reise führt: Denke immer daran, dass es sich um familiäre und religiöse Anlässe handelt. Kleide dich auf Friedhöfen respektvoll, sprich leise und frage immer, bevor du fotografierst. 

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FAQs – Halloween-Brauch weltweit 

Woher kommt Halloween eigentlich?

Halloween geht auf das keltische Samhain-Fest zurück, das das Ende des Sommers markiert. Die Kelten glaubten, dass die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und der Toten in dieser Nacht durchlässig ist. Der Name stammt vom englischen „All Hallows’ Eve“.

Wird Halloween überall am 31. Oktober gefeiert?

Nein, Halloween wird nicht überall am 31. Oktober gefeiert. Viele Feste finden im Verlauf des Novembers statt, wie Bhoot Chaturdashi (7. Nov.), Día de las Ñatitas (8. Nov.), Mardipäev (10. Nov.) oder die Räbechilbi (14. Nov.).

Seit wann wird Halloween in Deutschland gefeiert?

In Deutschland wurde Halloween in den 1990er Jahren langsam populär.

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Ich bin Robin, ein leidenschaftlicher SEO-Texter, Content-Übersetzer und Editor. Ursprünglich aus Deutschland, lebe ich heute in der Schweiz, wo ich mich auf deutsche Lokalisierung und Content-Erstellung spezialisiere – besonders im Bereich Reise-Konektivität und allem was dazu gehört. Zu meinem Portfolio gehören Arbeiten für mehrere große Tech-Unternehmen, für die ich Texte rund um Technologie, Cybersicherheit und Reisen verfasst habe. Wenn ich nicht gerade an Artikeln arbeite, findest du mich in den Schweizer Bergen, beim Fitness, Gaming oder bei dem, was mir am wichtigsten ist: Zeit mit meiner Familie.

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