Erhalten Sie 5% Rabatt mit dem Code
MYESIMNOW5
close-icon-modal
Meine eSIM kaufen
Trustpilot

In keiner anderen Stadt der Welt trägt ein Hawker-Stand einen Michelin-Stern – und verlangt trotzdem unter 2 Euro für eine Mahlzeit.   

Singapur Essen ist kein Thema – es ist eine Lebenseinstellung. Vier Kulturen, eine Insel, unendlich viele Teller: Chinesisch, malaiisch, indisch, peranakan – über Generationen gewachsen, an Garküchen verfeinert und von der UNESCO als Kulturerbe anerkannt. Günstig und weltklasse sind hier kein Widerspruch.

Damit du weißt, wo du anfangen sollst, hat uns Singapurerin Violet ihre ehrlichsten Insider-Tipps verraten – von Frühstücksklassikern bis zu den Adressen, die kein Reiseführer kennt.


Warum Singapur anders isst als der Rest der Welt

Stell dir vor: Du sitzt auf einem Plastikstuhl unter einem Wellblechdach, bestellst für unter 2 Euro – und isst gerade ein Michelin-Stern-Gericht. Willkommen in Singapur, wo die Regeln der Gastronomie nicht gelten.

Der Stadtstaat ist gerade mal so groß wie Hamburg – aber kulinarisch gesehen eine Weltstadt. Chinesische Einwanderer, malaiische Ureinwohner, indische Händler und die Peranakan-Kultur, eine einzigartige Mischung aus chinesischen und malaiischen Einflüssen, haben über Generationen eine Küche erschaffen, die es so nirgendwo sonst gibt. Kein Gericht, keine Zutat, kein Gewürz gehört nur einer Kultur – alles ist geliehen, vermischt, neu erfunden.

Und dann ist da noch die Hawker-Kultur. 2020 wurde sie von der UNESCO als Immaterielles Kulturerbe anerkannt – als erstes Essen-bezogenes Kulturerbe Singapurs überhaupt. Nicht ein Restaurant, nicht ein Chefkoch. Die Garküchen. Die Plastikstühle. Das dampfende Essen für ein paar Euro. Das ist Singapurs ganzer Stolz – und das zu Recht.

Hawker Centres: das kulinarische Herz Singapurs

Ein Hawker Centre in Singapur.

Hawker Centres sind keine Food Courts. Das ist wichtig. Ein Food Court ist klimatisiert, steril und könnte überall auf der Welt stehen. Ein Hawker Centre ist Singapur – laut, dampfend, lebendig, und mit Gerichten, für die Einheimische quer durch die Stadt fahren.

Die Idee dahinter ist simpel: Dutzende Garküchen unter einem Dach, jeder Stand spezialisiert auf ein einziges Gericht, das er seit Jahrzehnten perfektioniert hat. Der eine macht nur Chicken Rice. Der nächste nur Laksa. Und der am Ende der Reihe – nur Char Kway Teow. Seit Generationen, manchmal seit über 50 Jahren.

Einige dieser Stände haben sogar einen Michelin-Stern – und verlangen trotzdem unter 5 SGD (ca. 3,50 €) für eine Mahlzeit. Chan Hon Meng, bekannt als „Hawker Chan”, war der erste Straßenküchen-Koch der Welt mit Michelin-Stern. Sein Soya Sauce Chicken Rice & Noodle stand jahrelang für 2 SGD (ca. 1,40 €) auf der Karte. Der günstigste Michelin-Stern der Welt – in einem Hawker Centre in Singapur.

Die besten Hawker Centres in Singapur

  • Old Airport Road Food Centre – Der Geheimtipp unter Einheimischen. Kein Tourismus, kein Aufschlag, maximale Authentizität.
  • Chinatown Food Street – Heritage-Gerichte, zentraler Standort, auch für Erstbesucher perfekt.
  • Lau Pa Sat / Boon Tat Street – Abends verwandelt sich die gesperrte Straße in Singapurs berühmteste Satay-Meile. 🔥
  • Tiong Bahru Food Centre – Singapurs ältestes Hawker Centre, im trendigen Tiong Bahru-Viertel. Morgens für Frühstück, immer für Kaya Toast.

Die besten Gerichte in Singapur

Vier Kulturen, unzählige Gerichte – aber ein paar davon musst du einfach gegessen haben. Hier sind die Klassiker, die Singapur ausmachen.

Hainanese Chicken Rice

Es gibt Nationalgerichte, die sind eine Formalität. Und dann gibt es Hainanese Chicken Rice – das Gericht, für das Singapurer tatsächlich Schlange stehen, diskutieren und quer durch die Stadt fahren. Zart gedämpftes Hühnchen, Reis in Hühnerbrühe gegart, dazu Ingwer-Chili-Sauce und dunkle Sojasoße. Einfach? Ja. Vergesslich? Niemals.

Die Geschichte beginnt bei Einwanderern aus der chinesischen Provinz Hainan, die ihr Heimatgericht in Singapur neu interpretierten – und damit ein Nationalgericht schufen, das heute in jedem Hawker Centre, jedem Restaurant und jedem Familienhaushalt steht.

Anthony Bourdain – der wohl berühmteste Food-Journalist der Welt – schwärmte öffentlich von Singapurs Hawker-Kultur und kehrte immer wieder zurück. Sein Pflichtprogramm: Tian Tian Hainanese Chicken Rice im Maxwell Food Centre, wo er den Reis als unvergleichlich „chickeny” bezeichnete. Wenn jemand weiß, wo man essen muss – dann war es Bourdain.

Wie isst du es?
Trenne das Hühnchen mit den Stäbchen, tauche es in die Chili-Ingwer-Sauce und löffle den Reis mit der klaren Brühe. Weiß oder goldbraun gebraten – das ist die einzige Frage, über die Singapurer ernsthaft streiten. 😄

Laksa gibt es in ganz Südostasien – aber Katong Laksa gibt es nur in Singapur. Die cremige Kokosnussbrühe, scharf und würzig, mit Reisnudeln, Garnelen, Fischkuchen und Cockles. Was sie von anderen Laksa-Varianten unterscheidet: Die Nudeln werden kurz geschnitten, sodass du das ganze Gericht mit einem einzigen Löffel essen kannst. Keine Stäbchen nötig.

Die bekannteste Adresse: 328 Katong Laksa an der East Coast Road – seit Jahrzehnten ein Pflichtprogramm für jeden Singapur-Besucher.

Wie isst du es?
Nur mit dem Löffel – das ist hier Pflicht, kein Vorschlag. Sambal nach Belieben dazu, und ruhig etwas mehr Schärfe wagen. Die Brühe trägt alles. 🌶️

Touristisch? Ja. Zu Recht? Absolut. Chili Crab ist das Gericht, das Singapur der Welt geschenkt hat – und die Welt hat es dankend angenommen. Die Geschichte beginnt in den 1950ern, als ein Singapurer Ehepaar Krabben kurzerhand mit Chilisauce anbriet. Was als Experiment begann, wurde zur nationalen Obsession.

Die Sauce aus Chili, Tomate, Ei und Gewürzen ist das eigentliche Highlight – süß, würzig, leicht säuerlich. Die Krabbe ist der Träger. Die Mantou-Brötchen zum Eintunken sind Pflicht.

💡 Chili Crab kostet oft 80–120 SGD pro Kilo (ca. 55–85 €). Nicht für jeden Tag – aber einmal muss er sein.

Wie isst du es?
Mit den Händen. Anders geht es nicht, anders will es niemand. Servietten bereithalten, Ärmel hochkrempeln und die Sauce bis zum letzten Tropfen mit dem Mantou aufwischen. 🦀

Zwei Nudeln, eine Lektion in Wok-Kunst.

Char Kway Teow – flache Reisnudeln mit Ei, chinesischer Wurst, Cockles und Bohnensprossen in dunkler Sojasoße – war ursprünglich das Essen der Arbeiter. Günstig, kalorienreich, schnell. Heute ist es ein Kultgericht, dessen Geheimnis im Wok Hei liegt – dem „Atem des Woks”, jenem rauchigen, leicht verkohlten Geschmack, den nur ein richtiger Wok bei höchster Hitze erzeugt.

Hokkien Mee – gelbe Weizennudeln und Reisnudeln in kräftiger Meeresfrüchtebrühe – hat seine Wurzeln bei chinesischen Seefahrern, die sich in Singapur niederließen. Weniger bekannt als Char Kway Teow, genauso gut.

Wie isst du es?
Char Kway Teow sofort essen – es verliert schnell seinen Wok Hei. Hokkien Mee gut durchmischen bevor du anfängst, damit die Brühe alle Nudeln erreicht. Sambal Chili dazu, Limette drüber. 🔥

Nasi Lemak kommt ursprünglich aus Malaysia – aber in Singapur ist es längst angekommen und heimisch geworden. Kokosnussreis, Sambal, Erdnüsse, Anchovis, hart gekochtes Ei und Gurke. Alles zusammen auf einem Bananenblatt serviert. Das ist Frühstück, Mittagessen und Seelenfutter in einem.

Wer mehr über malaysische Einflüsse auf die Singapurer Küche erfahren will – ein Tagesausflug nach Malaysia lohnt sich übrigens sehr. 😉

Wie isst du es?
Alles zusammen auf einmal – der Kontrast zwischen dem cremigen Reis, dem scharfen Sambal und den salzigen Anchovis ist der Punkt. Nie einzeln, immer als Gesamtkunstwerk. 🍃

Das unterschätzte Ikonengericht Singapurs. Ein ganzer Fischkopf – meist Red Snapper – in einer kräftigen, würzigen Curry-Sauce aus Kokosmilch, Tamarinde und Gewürzen geköchelt. Klingt mutig, schmeckt außergewöhnlich. Das Gericht ist ein Kind der indisch-chinesischen Fusion: Ein chinesischer Restaurantbesitzer bat in den 1950ern seinen indischen Koch, einen Fischkopf auf indische Art zuzubereiten. Das Ergebnis wurde zur Singapur-Legende.

Wie isst du es?
Das Wangenfleisch des Fisches gilt als das zarteste – dort anfangen. Mit Reis und viel Sauce. Wer mutig ist: das Auge probieren. Gilt als Delikatesse. 👁️

„Für etwas Herzhafteres ist Bak Kut Teh von Song Fa – besonders an einem Regentag – ein weiterer Favorit. Die pfeffrige Brühe, die zarten Schweinerippchen und eine Schüssel Reis treffen einfach anders.” – Violet

Bak Kut Teh bedeutet wörtlich „Fleisch-Knochen-Tee” – und genau das ist es: Schweinerippchen, stundenlang in einer Brühe aus weißem Pfeffer, Knoblauch und Kräutern geköchelt. Die Singapur-Version ist klar und pfeffrig, die malaysische Variante dunkler und kräuterreicher. Beide gut – aber die singapurische ist das Original auf dieser Insel.

Song Fa Bak Kut Teh an der New Bridge Road in Chinatown ist seit 1969 die bekannteste Adresse der Stadt. Mehrfach ausgezeichnet, bei Einheimischen und Kennern gleichermaßen beliebt.

Wie isst du es?
You Tiao – frittierte Teigstangen – in die Brühe eintunken. Das ist Pflicht, kein Vorschlag. Und ja: Bak Kut Teh zum Frühstück ist in Singapur völlig normal. 🥢

🥕 Übrigens – Singapurs kuriosester Food-Moment:

Der „Carrot Cake” (Chai Tow Kway) enthält weder Karotten noch ist er ein Kuchen. Es handelt sich um gebratenen Rettichkuchen aus Reismehl – weiß (knusprig) oder schwarz (mit süßer Sojasoße). Der Name kommt daher, dass „Carrot” im Teochew-Dialekt auch weiße Rettiche bezeichnen kann. Singapur: Wo selbst der Kuchen eine Überraschung ist. 😄


Das Singapur-Frühstück: Kaya Toast & Kopi ☕

„Ich würde immer mit einem klassischen Singapur-Frühstück bei Ya Kun Kaya Toast anfangen – Kaya Toast mit weich gekochten Eiern und Kopi. Es ist einfach, nostalgisch und etwas, womit Einheimische aufgewachsen sind.” – Violet

Kein Frühstück in Singapur ist ikonischer als dieses: zwei Scheiben geröstetes Weißbrot, dick bestrichen mit Kaya – einer Aufstrichcreme aus Kokosnuss, Pandan und Ei – und einer Scheibe kalter Butter. Dazu zwei halbflüssige Eier in einer flachen Schüssel, mit dunkler Sojasoße und weißem Pfeffer gewürzt. Und ein Kopi, der einen sofort wachrüttelt.

Kaya Toast hat seine Wurzeln bei hainamesischen Einwanderern, die im frühen 20. Jahrhundert in britischen Kolonialküchen arbeiteten und die westliche Brotrösterei mit lokalen Zutaten kombinierten. Das Ergebnis ist ein Frühstück, das seit über 100 Jahren unverändert auf den Tisch kommt – und das kein Singapurer missen möchte.

Ya Kun Kaya Toast ist die bekannteste Kette der Stadt, mit Filialen in fast jedem Einkaufszentrum und an belebten MRT-Stationen.

Wie isst du es?
Toast in das halbflüssige Ei tunken – das ist der Moment. Nicht einzeln essen, nicht nacheinander. Zusammen. Immer zusammen. ☕

Kopi-Guide: So trinkst du Kaffee in Singapur

Kopi ist nicht einfach Kaffee. Es ist eine Wissenschaft – und eine Bestellung, die du kennen solltest:

  • Kopi – Kaffee mit kondensierter Milch, süß und stark
  • Kopi O – Kaffee schwarz mit Zucker
  • Kopi C – Kaffee mit Verdampfungsmilch (Carnation-Stil)
  • Kopi O Kosong – Kaffee schwarz, ohne Zucker
  • Teh Tarik – „gezogener” Milchtee, schaumig und süß
  • Milo Dinosaur – Eiskakao mit einem Berg ungemixtem Milo-Pulver obendrauf 🦕

Snacks, Süßes & Mitbringsel 🛍️

Singapur ist nicht nur eine Stadt zum Essen – sondern auch zum Einpacken. Wer ohne Mitbringsel abreist, hat etwas falsch gemacht.

Bak Kwa sind dünne, süßlich-würzig geräucherte Schweinefleischscheiben – eine Art asiatisches Beef Jerky, nur besser. Viel besser. Bee Cheng Hiang ist die bekannteste Adresse, mit Filialen in der ganzen Stadt. Besonders zu Chinese New Year werden die Schlangen vor den Läden legendär lang.

Wer aufhören kann nach dem ersten Stück, hat mehr Disziplin als die meisten Singapurer. Und die meisten Touristen. Und ehrlich gesagt auch wir. 😄

Bak Kwa eignet sich übrigens perfekt als Singapur-Mitbringsel – vakuumverpackt hält es problemlos für die Heimreise.

Chips, Fischskin, Cashews – alles mit salzigem Eigelb ummantelt. IRVINS Salted Egg ist Singapurs erfolgreichstes Snack-Export-Phänomen und inzwischen weltweit bekannt. Warnung: stark suchtgefährdend. Eine Tüte reicht nie.

Pandan Cake

Fluffig, leuchtend grün, unverkennbar singapurisch. Der Pandan Cake von Bengawan Solo ist das süße Souvenir der Stadt – aus Pandanblättern gewonnen, mit Kokosnuss verfeinert, in fast jedem Einkaufszentrum erhältlich. 

Zwei Desserts, eine Mission: Abkühlung.

Chendol – Pandan-Reisnudeln in Kokosmilch mit Palmzucker und Eis – ist das älteste Dessert Südostasiens und in Singapur an jeder Ecke zu finden. Ice Kachang ist Singapurs Version des Eisbergs: Rasiereis mit bunten Sirups, Bohnen, Gelee und Kokosmilch. Beides für unter 3 SGD (ca. 2 €). Beides unvergesslich.

Pineapple Tarts – mürbes Gebäck mit Ananaskonfitüre – sind das Gebäck zu Chinese New Year, symbolisieren Reichtum und sind das ganze Jahr über erhältlich. Kueh sind traditionelle Häppchen aus Reis- oder Pandanteig, oft in leuchtendem Grün oder Rosa – klein, kunstvoll und das beste Argument dafür, dass Dessert auch ohne Zucker-Overkill funktioniert.


Was du trinken musst 🥤

Singapurs Getränkekarte ist genauso divers wie die Küche – und genauso ernst zu nehmen.

Der bekannteste Cocktail Asiens wurde 1915 im Raffles Hotel erfunden – von Barkeeper Ngiam Tong Boon, der einen Drink kreieren wollte, den Frauen in der damaligen Kolonialgesellschaft öffentlich trinken konnten, ohne aufzufallen. Die Lösung: ein Cocktail der wie Fruchtsaft aussieht, aber aus Gin, Cherry Brandy, Cointreau, Benedictine, Grenadine, Ananassaft und Limette besteht.

Das Original im Raffles Long Bar kostet heute 37 SGD (ca. 26 €) – und wird von Einheimischen kaum getrunken. Aber einmal muss er sein. Schon allein wegen der Geschichte. 🎩

Wie trinkst du ihn?
Im Long Bar des Raffles Hotels, wo du Erdnussschalen traditionell auf den Boden werfen darfst. Das einzige Gebäude in Singapur, wo das erlaubt ist.

Während Touristen den Singapore Sling bestellen, trinken Einheimische Kopi. Den Guide dazu hast du bereits beim Frühstück bekommen – aber er gilt den ganzen Tag. Kopi O zum Frühstück, Teh Tarik am Nachmittag, Barley Lemon wenn es heiß wird.

Bandung – ein rosafarbenes Getränk aus Rosenwasser und Kondensmilch – ist der unterschätzte Geheimtipp unter den lokalen Drinks. Süß, blumig, ungewohnt gut.

Kein Witz, kein Trend – eine Institution. Eiskakao mit einem großzügigen Berg ungemixtem Milo-Pulver obendrauf, der langsam in den Drink schmilzt. Den gibt es an jedem Hawker Centre, für etwa 2 SGD (ca. 1,50 €). Wer ihn einmal probiert hat, versteht warum Singapurer ihn seit Jahrzehnten lieben.

An Hawker Centres findest du frisch gepressten Zuckerrohrsaft, Wassermelonensaft und Limettenwasser – alles für unter 2 SGD (ca. 1,50 €), alles perfekt gegen die tropische Hitze. Kein Flaschenwasser, kein Isotonisches – das ist das echte Singapur-Durstlöschen.


Essen in Singapur – nach Stadtteil 🗺️

Singapur ist klein – aber kulinarisch gesehen hat jedes Viertel seine eigene Welt. Wer weiß, wo er hingeht, isst besser.

Chinatown ist das Herzstück der chinesischen Esskultur in Singapur – Dim Sum, Bak Kut Teh, Char Kway Teow und Hawker-Klassiker auf engstem Raum. Die Chinatown Food Street ist der touristisch zugänglichste Einstieg, aber dahinter – in den Seitenstraßen und im Chinatown Complex Food Centre – essen die Einheimischen.🥢

Curry, Roti, Biryani, Thosai – Little India ist Singapurs lautestes, farbenfrohstes und würzigstes Viertel. Hier steht Fish Head Curry auf jeder zweiten Karte, Gewürzläden reihen sich aneinander und die Luft riecht nach Kardamom und frischen Jasminblüten. Abends wird es besonders lebendig – die Restaurants füllen sich, die Straßen auch.

Das malaiisch-arabische Viertel rund um die Sultan Mosque ist Singapurs kulinarisch unterschätzteste Ecke. Hier gibt es authentische malaiische Küche, arabische Mezze, türkischen Tee und persisches Eis – alles auf wenigen Straßen. Die Haji Lane ist tagsüber für Cafés bekannt, abends für Bars und Restaurants mit Charakter.

Tiong Bahru ist Singapurs ältestes Wohnviertel – Art-Deco-Architektur, unabhängige Buchläden, Hipster-Cafés und das älteste Hawker Centre der Stadt. Hier frühstücken Einheimische seit Jahrzehnten: Kaya Toast, Chee Cheong Fun, frische Sojamilch. Keine Touristenbusse, keine überfüllten Warteschlangen. Wer das echte Singapur sucht, fängt hier an. 😊


Praktische Infos: Essen in Singapur 🧭

Nein. In den meisten Restaurants sind bereits 10 % Service Charge plus GST im Preis enthalten – das siehst du auf der Rechnung. An Hawker-Ständen und Garküchen wird grundsätzlich nicht getippt. Wer trotzdem ein paar Münzen dalässt, wird niemanden beleidigen – aber erwartet wird es nicht.

  • Frühstück: 7–9 Uhr – Kaya Toast, Kopi, halbflüssige Eier. Schnell, günstig, unverzichtbar.
  • Mittagessen: 12–14 Uhr – Hawker Centres füllen sich, Schlangen bilden sich vor den besten Ständen.
  • Abendessen: 18–20 Uhr – die zweite Stoßzeit, ebenfalls voll.
  • Supper: 22–02 Uhr – und das ist ernst gemeint. Singapur hat eine ausgeprägte Spätessens-Kultur. Geylang ist nach Mitternacht am lebendigsten, Hawker Centres bleiben oft bis tief in die Nacht geöffnet. Essen um Mitternacht ist hier kein Ausnahmefall – es ist Alltag. 🌙

An Hawker Centres und Garküchen bekommst du für 4–8 SGD (ca. 3–6 €) eine vollwertige Mahlzeit – und selbst Michelin-Stern-Gerichte fallen in diese Preisspanne. Restaurants sind teurer, Fine Dining wie Burnt Ends oder das Marina Bay Sands noch mehr – aber wer weiß wo er sucht, isst in Singapur günstiger als in den meisten europäischen Städten. 

„Singapore Fried Noodles” – das gibt es in Singapur nicht. Es ist eine westliche Erfindung, die in keinem Hawker Centre der Stadt auf der Karte steht. Was Einheimische wirklich essen: Char Kway Teow oder Hokkien Mee. 😄

Überteuerte Seafood-Restaurants direkt an der Marina Bay oder in touristischen Zonen verlangen für Chili Crab oft das Doppelte des normalen Preises. Besser: In Einheimischen-Vierteln wie Geylang oder East Coast fragen, wo die Einheimischen hingehen.

Singapur ist überraschend gut aufgestellt für Vegetarier und Veganer – wenn man weiß, wo man schaut:

  • Vegetarisch: Roti Prata (ohne Füllung), Thosai, vegetarische Bee Hoon – du findest sie an fast jedem Hawker-Stand, nicht nur an vegetarischen
  • Vegan: Viele indische Gerichte (auf Ghee achten), chinesische Vegetarier-Stalls
  • Glutenfrei: Reisbasierte Gerichte wie Chicken Rice oder Nasi Lemak sind oft sicher – bei Saucen jedoch immer nachfragen

An Hawker-Ständen hilft direktes Fragen mehr als stilles Hoffen.

Ein Bild einer Durian Frucht.

Singapurs kuriosester Food-Moment: Durian – die stachelige Frucht mit dem legendär starken Geruch – ist in der MRT, in Hotels und in Einkaufszentren offiziell verboten. Schilder weisen ausdrücklich darauf hin. Der Geschmack? Cremig, intensiv, komplex – eine Mischung aus Vanille, Zwiebel und Himmel, je nach Toleranz. Wer sie probieren will: Geylang ist die Adresse, am besten draußen. 😄

Welches Hawker Centre hat heute geöffnet? Wo ist der nächste Song Fa-Stand? Gibt es bei Burnt Ends noch Tische? In Singapur beantwortet Google Maps diese Fragen – aber nur wenn du online bist.

Mit einer eSIM für Singapur bist du direkt nach der Landung verbunden – ohne SIM-Karte tauschen, ohne am Flughafen anstehen, ohne die erste Stunde deiner Reise offline zu verbringen. Einfach vor dem Abflug aktivieren, nach der Landung loslegen.

Dank Always On hast du außerdem automatisch Backup-Daten dabei – falls dein Kontingent zur Neige geht, bleibst du trotzdem verbunden. Für längere Aufenthalte lohnt sich ein Blick auf die Holafly Plans.

Fazit: Singapur isst man nicht – man erlebt es

Vier Kulturen, eine Insel, unendlich viele Teller. Singapur ist die einzige Stadt der Welt, in der ein Hawker-Stand einen Michelin-Stern trägt – und trotzdem niemanden überrascht. In der du für unter 2 EURO besser isst als in manchem europäischen Restaurant für 30 EURO. In der Einheimische 45 Minuten mit der MRT fahren, nur um an einem bestimmten Stand zu essen.

Das ist kein Zufall. Das ist das Ergebnis von Generationen, die ihre Rezepte, ihre Zutaten und ihre Esskulturen mitgebracht, vermischt und neu erfunden haben. Chinesisch, malaiisch, indisch, peranakan – in Singapur gehört alles allen, und das schmeckt man in jedem Bissen.

Wer Singapur wirklich verstehen will, setzt sich auf einen Plastikstuhl in einem Hawker Centre, bestellt Hainanese Chicken Rice und einen Kopi – und lässt sich Zeit. Die Stadt erklärt sich von selbst. 


FAQ: Singapur Essen 🍜

Was ist das Nationalgericht Singapurs?

Hainanese Chicken Rice gilt offiziell als das Nationalgericht – obwohl Singapurer selbst trefflich darüber streiten. Die einen schwören auf die gedämpfte Variante, die anderen auf die gebratene. Einig sind sich alle nur darin, dass ihr Stand der beste ist.

Was ist ein Hawker Centre?

Ein offenes oder überdachtes Speisenzentrum mit Dutzenden verschiedenen Garküchen – eine Art Foodcourt, nur authentischer, günstiger und geschmacklich um Welten besser. Die Hawker-Kultur ist seit 2020 UNESCO-Immaterielles Kulturerbe – als erstes Essen-bezogenes Kulturerbe Singapurs überhaupt.

Ist Essen in Singapur teuer?

An Hawker Centres isst du für 4–8 SGD (ca. 3–6 €) eine vollwertige Mahlzeit. Selbst Michelin-Stern-Gerichte kosten hier keine 5 SGD (ca. 4 €). Restaurants und Fine Dining sind teurer – aber die Hawker-Kultur macht Singapur zu einem der günstigsten Orte der Welt für außergewöhnlich gutes Essen.

Was sollte ich auf keinen Fall essen?

„Singapore Fried Noodles” – die gibt es in Singapur nicht. Lass dich nicht von Touristenrestaurants täuschen und bestell stattdessen Char Kway Teow oder Hokkien Mee. Das ist das echte Singapur. 😄

Was ist Durian und warum ist sie verboten?

Durian ist eine stachelige Frucht mit einem so intensiven Geruch, dass sie in der MRT, in Hotels und Einkaufszentren offiziell verboten ist. Der Geschmack ist cremig und komplex – und spaltet die Welt in zwei Lager: die einen lieben sie abgöttisch, die anderen verlassen fluchtartig den Raum. Probieren in Geylang, draußen, auf eigene Gefahr. 😄

Plans that may interest you

Manuela Oswald

Manuela Oswald

Content-Writerin

Ich bin Manuela, eine weltoffene Content-Writerin, Linguistin, Lektorin und Übersetzerin mit über 20 Jahren Berufserfahrung und einer Leidenschaft fürs Storytelling. Ursprünglich aus Deutschland, hat mich meine Abenteuerlust um die Welt geführt - von den sonnigen Stränden Spaniens über das lebhafte Florida und das pulsierende Sydney bis zu meinem jetzigen Zuhause in Tel Aviv. Unter vielen anderen Projekten hatte ich das Vergnügen, für namhafte Hotelketten wie Fattal Hotels und Leonardo Hotels zu schreiben und deren Geschichten zu erzählen. Wenn ich nicht gerade Content kreiere, findet man mich oft ehrenamtlich mit geistig Behinderten arbeitend, beim Schreiben, Lesen und Malen oder bei einem entspannten Ausritt mit Freunden in der Wüste - Inspirationen, die oft in meine Arbeit einfließen. Heute habe ich das Privileg, bei Holafly meine Leidenschaft fürs Reisen mit meiner Liebe zum Schreiben zu verbinden und dich mit hilfreichen Insights und praktischen Reisetipps zu versorgen.

Biografie lesen