Ein Bankkonto in Deutschland eröffnen: Voraussetzungen, Kosten und Schritte
Möchtest du wissen, welche Schritte, Voraussetzungen und Kosten mit der Eröffnung eines Bankkontos in Deutschland verbunden sind? Dann findest du in diesem Leitfaden alles, was du wissen musst.
Du weißt nicht, welche Bankkontoart am besten zu dir in Deutschland passt? Hier erfährst du, wie du als Ausländer ein Konto ohne Wohnsitz eröffnest und welche Kosten auf dich zukommen.
Außerdem lernst du die Vor- und Nachteile von Online- und Filialkonten kennen. So kannst du fundiert entscheiden, welche Option besser zu deinen Plänen in und außerhalb Deutschlands passt. Bleib bis zum Schluss dabei.
Wie eröffnet man als Ausländer online ein Bankkonto in Deutschland?
In Deutschland kannst du bei einer klassischen Bank wie Sparkasse oder Commerzbank kein Bankkonto eröffnen, sofern du nicht rechtmäßig im Land wohnst. Deshalb eignet sich eine Fintech-Lösung am besten. Sie bietet dir eine deutsche IBAN und weitere Vorteile.
Einige Anbieter wie N26 und C24 arbeiten vollständig digital und stellen dir eine lokale Bankverbindung bereit. Dadurch erledigst du Behördengänge und Finanztransaktionen in Deutschland deutlich einfacher. Plattformen wie Revolut oder Wise nutzen hingegen eine IBAN aus einem anderen Land und bieten ihre Dienste trotzdem in Deutschland an.
Was bieten dir Fintechs und klassische Banken?
Mit einem Fintech erhältst du ein Bankkonto mit deutscher IBAN, ohne eine Filiale besuchen zu müssen. Außerdem brauchst du dafür keinen deutschen Wohnsitz. Alle erforderlichen Vorgänge erledigst du bequem über die offiziellen mobilen Apps.
Allerdings bieten Fintechs nicht denselben Leistungsumfang wie klassische Banken. Zwar musst du dort das Konto persönlich eröffnen und in Deutschland wohnen. Dafür erhältst du jedoch uneingeschränkten Zugang zu Bankdienstleistungen wie Krediten.

Schritte der digitalen Kontoeröffnung
Die Eröffnung eines digitalen Bankkontos erfolgt vollständig online. Nutze am besten eine stabile Internetverbindung. Prüfe außerdem, ob das Land, aus dem du den Antrag stellst, die digitale Infrastruktur der Bank vollständig unterstützt.
- Lade die App des Fintechs oder der Digitalbank herunter: Diese Apps eignen sich meist besser für Smartphones. Du musst Fotos aufnehmen und Dokumente scannen.
- Adressnachweis: Wähle das Land aus, in dem du dich befindest. Gibst du Deutschland an, musst du eine Wohnadresse nachweisen. Andernfalls könnte die Bank deinen Antrag während der Prüfung ablehnen. Wohnst du nicht in Deutschland, musst du einen höchstens drei Monate alten Kontoauszug aus deinem Heimatland sowie eine aktuelle Versorgerrechnung einreichen.
- Identitätsprüfung: In Deutschland reicht ein Foto nicht aus. Deshalb führt ein Bankmitarbeiter eine Videoidentifikation mit dir durch. Außerdem zeigst du deinen Reisepass vor der Kamera. So prüft der Mitarbeiter die Hologramme und liest die Seriennummer des Dokuments aus.
- Vertragsunterzeichnung: Du unterschreibst den Vertrag mit einem TAN-Code (Transaction Authentication Number). Du erhältst ihn per SMS oder Push-Benachrichtigung. Anschließend bestätigst du ihn per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung, abhängig von deinen Geräteeinstellungen.
- Warte auf die Aktivierungsbestätigung: Die Bestätigung kann bis zu einem Tag dauern. Danach erhältst du deine IBAN. Möglicherweise musst du mindestens €10 ($11) überweisen, um den Aktivierungsprozess abzuschließen. Benötigst du zusätzlich die physische Karte, erhältst du sie innerhalb von höchstens zehn Werktagen per Post.
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Wie eröffnet man als Nichtansässiger ein Bankkonto in Deutschland?
In Deutschland gilt für Banken eine nichtansässige Person als jemand ohne Wohnsitz im Land, ohne steuerlichen Wohnsitz und ohne nachweisbare Bindung zu Deutschland. Entscheidend sind dein Wohnsitz, dein Steuerland und der geplante Verwendungszweck des Kontos.
Wohnst du außerhalb Deutschlands, aber in einem anderen europäischen Land, giltst du für Banken ebenfalls als nichtansässig. Sie entscheiden selbst über deine Annahme. Kommst du aus Lateinamerika oder einem anderen Kontinent, kann dein Antrag trotzdem erfolgreich sein, wenn du die Nutzung des Kontos plausibel erklärst.
Banken, die Nichtansässige akzeptieren
Jetzt kennst du die Bedeutung des Begriffs „nichtansässig“ für deutsche Banken. Nun zeigen wir dir, welche Banken diesen Personenkreis bei der Kontoeröffnung akzeptieren.
Klassische Banken wie Deutsche Bank, Commerzbank oder HypoVereinsbank (UniCredit) ermöglichen die Kontoeröffnung. Allerdings musst du einige Voraussetzungen erfüllen. Diese Anforderungen fallen meist strenger aus als bei Fintechs oder Neobanken.
Vor allem musst du eine Verbindung zu Deutschland nachweisen. Das gelingt beispielsweise durch Arbeit, Studium oder Investitionen im Land. Außerdem musst du als internationaler Kunde gelten und das Konto persönlich in einer Filiale eröffnen.
Auch internationale Banken, die in Deutschland tätig sind, etwa DAB BNP Paribas, akzeptieren teilweise nichtansässige Kunden. Meist verlangen sie jedoch eine hohe Mindesteinlage oder setzen voraus, dass du über ein größeres Vermögen verfügst.
Wise und Revolut bieten meist einen einfacheren Zugang. Sie verlangen keine deutsche Aufenthaltserlaubnis, sondern lediglich eine Adresse in Deutschland, beispielsweise die eines Freundes. Dorthin senden sie deine Debitkarte. N26 ermöglicht dir ebenfalls die Eröffnung eines Kontos mit deutscher IBAN.
Erforderliche Dokumente und persönliche Vorsprache
- Gültiger Reisepass
- Wohnsitznachweis aus deinem aktuellen Aufenthaltsland
- Visum
- Steuernummer des aktuellen Wohnsitzlandes
- Schreiben mit der Begründung für die Kontoeröffnung
- Nachweis über Einkommen oder Herkunft der Geldmittel
- Arbeitsvertrag, Investitionsnachweis oder wirtschaftliche Verbindung zu Deutschland
- Bankreferenz (nur in bestimmten Fällen)
Bei der persönlichen Vorsprache verlangen klassische Banken häufig einen Termin in einer Filiale. Dort prüfen sie dein Profil, deine Identität nach deutschem Recht sowie die Vertragsunterzeichnung.
Steuer-ID oder Steuernummer
In Deutschland gibt es die Steuer-ID. Sie dient als persönliche steuerliche Identifikationsnummer und wird vom Finanzamt vergeben. Allerdings benötigen ausschließlich Personen mit Wohnsitz in Deutschland diese Nummer, da der Staat damit ihre Steuerdaten verwaltet.
Bist du nicht in Deutschland ansässig, genügt die Steuernummer deines aktuellen Wohnsitzlandes. Damit können Banken deine steuerlichen Informationen prüfen.
Schritt-für-Schritt-Ablauf in der Filiale
- Termin vereinbaren: Kontaktiere einen Mitarbeiter der gewählten Bankfiliale und vereinbare einen persönlichen Beratungstermin.
- Profilgespräch: Der Bankmitarbeiter fragt nach dem Zweck des Kontos. Ist die Nutzung nicht eindeutig, kann die Bank deinen Antrag ablehnen.
- Identitätsprüfung: Der Mitarbeiter scannt deinen Reisepass und prüft die Echtheit der Stempel sowie vorhandener Visa.
- Vertragsunterzeichnung: Anschließend unterschreibst du die Unterlagen zur Kontoeröffnung sowie die Erklärung über deinen ausländischen Steuerwohnsitz.
- Prüfung der Unterlagen: Ein Vorgesetzter überprüft die Dokumente des nichtansässigen Antragstellers. Danach musst du auf die endgültige Entscheidung warten.
- Genehmigung: Nach der Freigabe erhältst du deine IBAN. Anschließend sendet dir die Bank die physische Karte an deine Wohnadresse.
- Dauer des gesamten Verfahrens: Vom ersten Termin bis zur Kontoeröffnung können bis zu sechs Wochen vergehen.
Wie viel kostet die Eröffnung und Führung eines Bankkontos in Deutschland?
Die Kosten für die Kontoeröffnung hängen von der gewählten Bankart ab. Die folgende Tabelle zeigt die üblichen Gebühren bei einer klassischen Bank und bei einem Fintech.
| Gebührenart | Klassische Banken | Fintechs |
| Gebühr für die Kontoeröffnung | Kostenlos | Kostenlos |
| Monatliche Kontoführung | Zwischen €5 ($5,50) und €15 ($16,50). Erhältst du monatliche Geldeingänge über €700 ($770), entfällt die Gebühr häufig. | Kostenlos |
| Mindesteinlage | Keine Mindesteinlage erforderlich. Um Gebühren zu vermeiden, solltest du jedoch monatliche Kontobewegungen haben. | Nicht erforderlich. |
| Kosten für die Debitkarte | Die Kosten sind bereits in der Kontoführungsgebühr enthalten. | €10 ($11), wenn du die physische Karte per Post erhalten möchtest. |
| Versteckte Gebühren | ||
| Abhebungen am Geldautomaten | Abhebungen an bankeigenen Automaten sind kostenlos. An fremden Automaten zahlst du zwischen €3 ($3,30) und €7 ($7,70) pro Abhebung. | Meist steht dir eine begrenzte Anzahl kostenloser Abhebungen pro Monat zur Verfügung. Überschreitest du das Limit, beginnen die Gebühren meist ab €2 ($2,20) pro Abhebung. |
| Nutzung des Kontos außerhalb des SEPA-Raums und der EU | Gebühren für Währungsumrechnungen oder für die Kontonutzung außerhalb der Europäischen Union. | Gebühren für internationale Überweisungen in Länder außerhalb des SEPA-Raums (Single Euro Payments Area). |
Alle Beträge dienen nur als Richtwerte, da die Tarife vom jeweiligen Kundenprofil abhängen. Ob du in Deutschland ansässig bist oder nicht, beeinflusst mögliche versteckte Gebühren. Außerdem bieten Fintechs mehr Flexibilität, jedoch weniger Bankdienstleistungen als klassische Banken.
Online- oder Filialkonto eröffnen: Welche Option passt besser zu dir?
Es gibt keine allgemein beste Methode, um ein Bankkonto in Deutschland zu eröffnen, denn alles hängt von deinem Kundenprofil ab (ob du ansässig bist oder nicht). Außerdem spielt die geplante Nutzung des Bankprodukts eine wichtige Rolle (wie du mit Deutschland verbunden bist).
Bevor du dich für eine der beiden Möglichkeiten entscheidest, solltest du die Einschränkungen jeder Option kennen. Im Folgenden erklären wir dir die Unterschiede zwischen Onlinekonten und Konten, die du persönlich beantragen kannst:
Onlinekonto
Ein Onlinekonto bei einem Fintech eignet sich besonders, wenn du noch nicht in Deutschland wohnst und eine europäische IBAN benötigst. Damit kannst du deine ersten Ersparnisse einzahlen oder deine finanzielle Situation nachweisen. Außerdem eignet es sich für alltägliche Einkäufe und Zahlungen sowie Standard-SEPA-Überweisungen.
Zusätzlich entstehen häufig keine allgemeinen Gebühren. Die Kontoeröffnung erfolgt einfach über eine App. Deine Dokumente kannst du scannen und innerhalb weniger Minuten oder Tage bestätigen lassen. Bei Fragen helfen dir außerdem Chatbots oder Mitarbeiter per Telefon.
Filialkonto
Die persönliche Eröffnung ist erforderlich, da klassische Banken eine entfernte Überprüfung der Daten meist nicht akzeptieren. Wenn du nicht ansässig bist, kann die Bank zusätzliche Dokumente und Nachweise deines Wohnsitzes im Ausland verlangen. Diese Prüfung erfolgt persönlich in einer Filiale.
Ein Besuch in der Bankfiliale ist notwendig, wenn du alle verfügbaren Dienstleistungen nutzen möchtest. Dazu gehören Kredite, deutsche Steuerprodukte und Finanzberatung. Außerdem können Bankmitarbeiter deine Fragen direkt beantworten.
Vergleich der beiden Bankkontooptionen in Deutschland
| Wichtige Faktoren / Kontoart | Onlinekonto Fintech | Filialkonto Klassische Bank |
| Wohnsitz in Deutschland | Nicht erforderlich. | Eine lokale Anmeldung als Einwohner ist erforderlich. |
| Dauer der Kontoeröffnung und Aktivierung | Zwischen 15 Minuten und maximal 2 Tagen. | Zwischen 1 und 2 Wochen nach dem ersten Termin. |
| Kontoeröffnung und Prüfung von Daten und Dokumenten | Per Videoanruf mit einem Mitarbeiter, der Fotos, Daten und die Echtheit des Reisepasses überprüft. | Ein Bankmitarbeiter führt die Prüfung in einer Filiale durch. |
| Kontoführungskosten | Digitale Konten haben normalerweise keine monatlichen Gebühren. | Die Kosten können zwischen €5 ($5,50) und €15 ($16,50) monatlich liegen. Viele Banken verzichten darauf, wenn bestimmte monatliche Umsätze erreicht werden. |
| Sprache des Kundenservice | Die Apps dieser Fintechs bieten meist Informationen auf Deutsch, Englisch und Spanisch. | Bankmitarbeiter betreuen Kunden häufig nur auf Deutsch. |

So bleibst du als Ausländer in Deutschland verbunden
Eine stabile Internetverbindung hilft dir, die beste Option zwischen einem deutschen Fintech und einer klassischen Bank auszuwählen. Sobald du einen Anbieter auswählst, brauchst du mobile Daten, um Anforderungen und Dokumente zu prüfen.
Persönliche Daten zu scannen und hochzuladen gehört zur Kontoeröffnung. Deshalb solltest du besser nicht von fremden WLAN-Netzen abhängig sein, da diese unsicher oder instabil sein können.
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Häufige Fragen zur Eröffnung eines Bankkontos in Deutschland
In der Regel erhältst du nur eingeschränkte Bankdienstleistungen. Du kannst beispielsweise keine Kredite beantragen, bestimmte Telefon-, Internet- oder Stromverträge abschließen. Außerdem kann der Abschluss einer privaten Krankenversicherung schwieriger werden. Zusätzlich hast du weniger Möglichkeiten, eine Wohnung in Deutschland zu mieten.
In einigen Geschäften kann es zu einer sogenannten IBAN-Diskriminierung kommen. IBANs aus Litauen oder Belgien gehören zu den häufigsten Alternativen. Trotzdem akzeptieren manche Anbieter von Dienstleistungen und Produkten diese Kontoverbindungen nicht.
Es gibt einige Gründe, warum eine Bank die Eröffnung eines Kontos ablehnen kann. Dazu gehören ein als risikoreich eingestuftes Kundenprofil, fehlende Verbindungen zu Deutschland oder unzureichende Dokumente zur Überprüfung deiner Angaben.
Ja, der VideoIdent-Prozess oder ein Videoanruf mit einem Bankmitarbeiter ist verpflichtend. Dadurch kann die Bank deinen Reisepass oder offiziellen Ausweis überprüfen. Außerdem kontrolliert sie die Hologramme der Dokumente und vergleicht die Fotos mit der Person, die das Konto eröffnet.
Die Online-Eröffnung eines Bankkontos in Deutschland dauert zwischen 15 Minuten und zwei Tagen. Die genaue Dauer hängt von deinem Kundenprofil und der Prüfung der über die App eingereichten Dokumente ab.
