So kaufst du als Ausländer im Jahr 2026 ein Haus in Andorra
Umfassender Leitfaden 2026 zum Kauf einer Immobilie in Andorra. Der rechtliche Ablauf Schritt für Schritt, Voraussetzungen für Ausländer, Steuern und die derzeit besten Standorte für eine Investition.
Andorra ist so groß wie eine kleine Region und steuerlich so komplex wie ein souveräner Staat. Zwischen Spanien und Frankreich, mitten in den Pyrenäen, entwickelte sich das kleine Fürstentum vom bekannten Ski- und Duty-free-Ziel zu einem der gefragtesten Standorte für Menschen, die eine niedrige Steuerbelastung und hohe Lebensqualität suchen. Mit dieser Nachfrage stiegen auch die Immobilienpreise kontinuierlich und ohne erkennbare Abschwächung.
Als Ausländer kannst du in Andorra ein Haus kaufen, allerdings gilt ein besonderes Verfahren. Die Vorschriften änderten sich zwischen 2023 und 2026 erheblich. Der Staat führte vorübergehende Verbote, neue Sondersteuern für ausländische Investoren, Obergrenzen für die Anzahl erwerbbarer Immobilien sowie jährliche Genehmigungsquoten ein, die oft innerhalb weniger Stunden ausgeschöpft sind. Wer diese Regeln nicht kennt, erlebt möglicherweise eine teure Überraschung.
In diesem Leitfaden findest du alles, was du vor dem Kauf wissen musst. Aktuelle rechtliche Voraussetzungen, echte Preise nach Gemeinde, Steuern, Zahlungsarten, den gesamten Ablauf sowie die häufigsten Fehler, die du vermeiden solltest.
Welche Voraussetzungen gelten für Ausländer, die ein Haus in Andorra kaufen möchten?
Als Ausländer solltest du zunächst wissen, dass du in Andorra eine Immobilie kaufen kannst, allerdings unter bestimmten Voraussetzungen. Jede volljährige Person darf unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit oder ihrem Wohnsitz eine Immobilie in Andorra erwerben.
Wenn du jedoch kein Einwohner Andorras mit mehr als drei Jahren tatsächlichem Aufenthalt innerhalb der letzten zehn Jahre bist, musst du zusätzliche Anforderungen erfüllen, die für einheimische Einwohner nicht gelten.
Dies betrifft Personengruppen:
- Natürliche Personen ohne Wohnsitz in Andorra.
- Natürliche Personen mit Wohnsitz in Andorra und weniger als drei Jahren tatsächlichem Aufenthalt innerhalb der letzten zehn Jahre.
- Juristische Personen mit Sitz außerhalb Andorras.
Die Genehmigung für ausländische Immobilieninvestitionen
Der erste und wichtigste Schritt ist die Beantragung der Autorització d’inversió estrangera en immobles. Diese Genehmigung stellt die Regierung Andorras aus, damit eine nicht ansässige Person eine Immobilie im Fürstentum erwerben kann.
Für den Antrag benötigst du:
- Einen gültigen Personalausweis oder Reisepass (beglaubigte Kopie durch einen andorranischen Notar oder mit Apostille, wenn die Unterlagen aus dem Ausland eingereicht werden).
- Ein Führungszeugnis aus dem Herkunftsland mit Haager Apostille. In einigen Ländern verliert dieses Dokument drei Monate nach Ausstellung seine Gültigkeit. Beantrage es deshalb rechtzeitig, damit es während des Verfahrens gültig bleibt.
- Detaillierte Angaben zur Immobilie, die du erwerben möchtest.
- Bearbeitungsgebühr: €300 ($348).
Die andorranische Verwaltung beantwortet den Antrag innerhalb von 15 bis 20 Arbeitstagen. Für Käufer aus der EU erfolgt die Genehmigung fast automatisch. Ablehnungen gibt es nur in Ausnahmefällen, etwa aus Gründen der nationalen Sicherheit oder zur Bekämpfung der Geldwäsche.
Die Immobilienobergrenze seit April 2025
Hier gilt eine wichtige Gesetzesänderung, die viele Käufer nicht kennen. Seit Inkrafttreten des Omnibus-Gesetzes im April 2025 dürfen ausländische Nichtansässige höchstens zwei Wohnungen oder ein einziges Einfamilienhaus erwerben. Vor diesem Gesetz gab es keine zahlenmäßige Begrenzung. Wenn du mehrere Immobilien kaufen möchtest, solltest du diese Vorschrift unbedingt berücksichtigen.
Die Steuer auf ausländische Immobilieninvestitionen
Auch diese Änderung bleibt bestehen. Seit Februar 2024 gilt eine spezielle Steuer für den Immobilienkauf durch Ausländer oder Personen mit weniger als drei Jahren Wohnsitz in Andorra. Nach der Reform des Gesetzes über nachhaltiges Wachstum und das Recht auf Wohnen vom April 2025 gelten 2026 folgende Steuersätze:
- Erste Immobilie: 6 % des Kaufpreises.
- Zweite Immobilie: 10 % des Kaufpreises.
Dieser Betrag wird unter keinen Umständen erstattet. Das gilt auch dann, wenn du später mehr als drei Jahre tatsächlichen Aufenthalt in Andorra nachweist. Deshalb solltest du diese Kosten von Anfang an in dein Gesamtbudget einplanen.
Für diese Steuer gilt ein Nachlass von 90 %, wenn du die Immobilie mindestens zehn Jahre lang als bezahlbaren Hauptwohnsitz vermietest. Diese Ausnahme eignet sich besonders für Investoren mit langfristiger Strategie.
Bankkonto in Andorra
Das andorranische Geldwäschegesetz (Gesetz 14/2017) schreibt vor, dass alle Zahlungen beim Immobilienkauf in Andorra über ein andorranisches Bankkonto erfolgen. Diese Vorgabe ist verpflichtend. Zu den wichtigsten Banken zählen Andbank, Creand (Credit Andorrà) und MoraBanc. Weitere Informationen findest du in unserem Leitfaden zu den besten Banken in Andorra für Ausländer. Außerdem bietet Sabadell Andorra Dienstleistungen für Kunden der spanischen Bankengruppe an.
Als Nichtansässiger kannst du ein Konto eröffnen, allerdings umfasst das bankinterne Compliance-Verfahren strenge Prüfungen. Du musst die Herkunft deiner finanziellen Mittel mit umfassenden Unterlagen nachweisen. Dieser Schritt nimmt oft viel Zeit in Anspruch. Deshalb solltest du ihn frühzeitig beginnen.
Außerdem verlangt das Gesetz, dass sich vor dem Kauf mindestens 50 % des Immobilienwertes auf dem andorranischen Bankkonto befinden.
Verpflichtende Wohngebäudeversicherung
Nach andorranischem Recht musst du mindestens das Gebäude versichern. Die Versicherung schließt du bei einem im Fürstentum zugelassenen Versicherer ab. Das ist jederzeit vor der Beurkundung möglich.
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Wie viel kostet ein Haus in Andorra?
Der andorranische Immobilienmarkt verzeichnet seit Jahren kontinuierliche Preissteigerungen, ohne kurzfristige Anzeichen einer Trendwende. Laut dem Bericht des Col·legi d’Agents i Gestors Immobiliaris d’Andorra (AGIA) für das erste Halbjahr 2025 erreichte der durchschnittliche Quadratmeterpreis €4.295/m² ($4.982/m²). Das ist der höchste Wert der bisherigen Statistik und entspricht einem Anstieg von 16,4 % gegenüber dem Vorjahr. Bei Wohnungen lag der Durchschnitt bei €4.498/m² ($5.218/m²).
Die neuesten Daten von RID Analytics zeigen einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis von inzwischen über €5.400/m² ($6.264/m²). In Neubauten kann der Preis sogar auf €6.200/m² ($7.192/m²) steigen. Escaldes-Engordany, die teuerste Gemeinde, erreicht Preise zwischen €7.135/m² ($8.277/m²) und €7.400/m² ($8.584/m²) für bezugsfertige Immobilien. Bei Neubauten sind sogar bis zu €8.500/m² ($9.860/m²) möglich.
Preise nach Gemeinde
Das Fürstentum gliedert sich in sieben Gemeinden mit sehr unterschiedlichen Immobilienmärkten:
- Andorra la Vella, die Hauptstadt: Nach den neuesten Daten liegt der Durchschnittspreis zwischen €5.607/m² ($6.504/m²) und €6.671/m² ($7.738/m²). Hier findest du das größte Angebot an Dienstleistungen, Geschäften und öffentlichem Verkehr. Deshalb ist die Nachfrage besonders hoch und die Preise entsprechend.
- Escaldes-Engordany: Die teuerste Gemeinde des Fürstentums grenzt direkt an die Hauptstadt. Gebrauchtimmobilien kosten zwischen €5.689/m² ($6.599/m²) und €7.135/m² ($8.277/m²). Neubauten liegen deutlich darüber.
- La Massana: Eine Berggemeinde mit guter Anbindung an die Hauptstadt. Die Preise liegen etwas unter denen von Escaldes. Dennoch gibt es viele hochwertige Immobilien.
- Encamp: Diese Gemeinde bietet Zugang zu den Skigebieten und zur Hauptstadt. Die Preise bewegen sich im mittleren Bereich und bieten ein gutes Verhältnis zwischen Lage und Kosten.
- Sant Julià de Lòria: Die südlichste Gemeinde grenzt an Spanien. Nach Daten vom November 2025 bietet sie die niedrigsten Immobilienpreise des Fürstentums. Der Durchschnitt liegt bei €4.491/m² ($5.209/m²).
- Ordino und Canillo: Beide Gemeinden liegen weiter vom Stadtzentrum entfernt und bieten eine ländlichere Berglandschaft. Das Angebot ist kleiner, ebenso die Nachfrage. Dadurch bleiben die Preise vergleichsweise erschwinglich.
Orientierungsbeispiele
Für eine Wohnung mit 45 m²: ab €180.000 ($208.800) in den günstigeren Gemeinden bis zu €280.000 ($324.800) oder mehr in den gefragtesten Lagen.
Für eine Wohnung mit 80 m²: ab etwa €320.000 ($371.200) bis über €500.000 ($580.000) in den exklusivsten Lagen mit hochwertiger Ausstattung.
Jährliche Unterhaltskosten
Neben dem Kaufpreis solltest du auch laufende Kosten einplanen. Das Hausgeld hängt vom Gebäude und den Gemeinschaftseinrichtungen ab. Die verpflichtende Wohngebäudeversicherung richtet sich nach dem Immobilienwert. Nutzt du die Immobilie nicht als Hauptwohnsitz, entstehen zusätzlich Verwaltungs- und Instandhaltungskosten.
Welche Steuern fallen beim Immobilienkauf in Andorra an?
Das andorranische Steuersystem ist deutlich günstiger als das deutsche. Dennoch kamen in den letzten Jahren neue Steuern speziell für ausländische Immobilienkäufer hinzu. Deshalb solltest du alle Abgaben kennen, bevor du den Kaufpreis verhandelst.
Beim Kauf
- Steuer auf ausländische Immobilieninvestitionen: Wie bereits erläutert, gilt sie für Nichtansässige und Einwohner mit weniger als drei Jahren Aufenthalt. Der Steuersatz beträgt 6 % für die erste Immobilie und 10 % für die zweite. Eine Rückerstattung ist ausgeschlossen. Für ausländische Käufer stellt sie die wichtigste Steuer dar.
- Grunderwerbsteuer (ITP): Sie wird an die Regierung Andorras gezahlt. Der Steuersatz beträgt 2 % des Kaufpreises. Diese Steuer gilt beim Kauf durch Privatpersonen.
- Kommunalsteuer (Comú): Zusätzlich fallen 2 % des Kaufpreises an. Diese Steuer erhält die Gemeinde, in der sich die Immobilie befindet.
- IGI (Impost General Indirecte): Dies entspricht der andorranischen Mehrwertsteuer und beträgt allgemein 4,5 %. Sie gilt, wenn ein professioneller Verkäufer wie ein Bauträger oder Bauunternehmen verkauft. Bei Privatverkäufen entfällt sie.
- Notarkosten: zwischen €600 ($696) und €1.200 ($1.392), zuzüglich 0,1 % des Kaufpreises.
Kauft ein ausländischer Nichtansässiger eine Immobilie von einer Privatperson, liegen die gesamten Kaufnebenkosten meist zwischen 10 % und 12 % des Kaufpreises. Darin enthalten sind die Steuer auf ausländische Investitionen, die Grunderwerbsteuer, die Kommunalsteuer sowie die Notarkosten.
Jährliche und laufende Steuern
Im Unterschied zu Deutschland gibt es in Andorra keine direkte Entsprechung zur deutschen Grundsteuer. Die kommunalen Grundsteuern liegen deutlich unter dem Niveau der meisten europäischen Länder.
Erzielt die Immobilie Mieteinnahmen, können diese für Personen ohne steuerlichen Wohnsitz in Andorra der Einkommensteuer für Nichtansässige (IRNR) unterliegen.
Beim Verkauf
Gewinne aus dem Verkauf einer Immobilie in Andorra können für Nichtansässige der IRNR und für steuerlich Ansässige der andorranischen Einkommensteuer unterliegen. Der Steuersatz richtet sich nach der Haltedauer und dem erzielten Gewinn. Für steuerlich Ansässige beträgt der maximale Einkommensteuersatz lediglich 10 % und liegt damit deutlich unter dem deutschen Niveau.
Andorra schloss Doppelbesteuerungsabkommen mit einigen Staaten, mit Deutschland bisher noch nicht. Diese Abkommen können für die steuerliche Planung eines Verkaufs wichtig sein, wenn dein steuerlicher Wohnsitz in einem anderen Land liegt.

Welche Schritte sind beim Hauskauf in Andorra erforderlich?
Der Kauf einer Immobilie in Andorra folgt einem klaren Ablauf. Einige Schritte sind verpflichtend und lassen sich nicht überspringen. Mit dieser Übersicht behältst du den gesamten Prozess im Blick.
1 – Lege dein Gesamtbudget einschließlich Steuern und Nebenkosten fest
Berechne vor der Immobiliensuche die Gesamtkosten. Addiere zum Kaufpreis zusätzlich 10–12 % für Nebenkosten. Dazu gehören die Steuer auf ausländische Immobilieninvestitionen, die Grunderwerbsteuer (ITP), die Kommunalsteuer (Comú) sowie die Notarkosten. Viele nicht ansässige Käufer berücksichtigen die Sondersteuer für ausländische Investoren erst kurz vor dem Notartermin. Dadurch scheitert der Kauf manchmal in letzter Minute.
2 – Suche die passende Immobilie
Zu den wichtigsten Immobilienportalen in Andorra gehören Idealista, Habitaclia und Indomio. Darüber hinaus gibt es spezialisierte lokale Makler wie Andorra Sotheby’s International Realty, Andorra Realty sowie zahlreiche unabhängige Agenturen in den einzelnen Gemeinden.
Besichtige die Regionen möglichst persönlich, bevor du eine Entscheidung triffst. Die Gemeinden unterscheiden sich deutlich voneinander. Was auf der Karte nah erscheint, kann im Alltag längere Fahrten über Bergstraßen bedeuten.
3 – Beantrage die Genehmigung für ausländische Investitionen
Sobald du die passende Immobilie gefunden hast, reichst du den Antrag beim Govern d’Andorra zusammen mit den erforderlichen Unterlagen und der Gebühr von €300 ($348) ein. Die Bearbeitung dauert 15 bis 20 Arbeitstage. Dieser Schritt ist unverzichtbar. Vor Erteilung der Genehmigung darfst du keinen rechtsverbindlichen Vertrag unterschreiben.
4 – Beantrage die Steueridentifikationsnummer (NRT)
Für jede wirtschaftliche Tätigkeit in Andorra benötigst du als Ausländer eine lokale Steueridentifikationsnummer. Beantrage deshalb vor der Kontoeröffnung oder der Unterzeichnung des Kaufvertrags die NRT für Nichtansässige. Zuständig ist das Departament de Tributs i Fronteres der Regierung Andorras. Das Verfahren ist kostenlos und dauert in der Regel nur wenige Stunden oder höchstens 24 bis 48 Stunden.
Du kannst dir die NRT wie eine steuerliche Identitätsnummer vorstellen. Sie ermöglicht dir unter anderem die Zahlung der Steuern, den Abschluss der Versicherung und die Anmeldung der Versorgungsverträge.
5 – Eröffne ein Bankkonto in Andorra
Als Nächstes solltest du ein Bankkonto in Andorra eröffnen. Du kannst diesen Schritt parallel zur Beantragung der Investitionsgenehmigung erledigen, da beide Verfahren Zeit benötigen. Die andorranischen Banken wie Andbank, Creand und MoraBanc prüfen die Herkunft der Gelder sehr sorgfältig.
Bereite deshalb Nachweise über deine Einkünfte, aktuelle Kontoauszüge und alle Dokumente vor, welche die Herkunft des eingesetzten Kapitals belegen.
6 – Prüfe den rechtlichen Status der Immobilie
Vergewissere dich vor der Unterzeichnung, dass die Immobilie frei von Belastungen, Hypotheken und Schulden im andorranischen Grundbuch eingetragen ist. Prüfe außerdem, ob ein gültiges Certificat d’Habitabilitat (Bewohnbarkeitsbescheinigung) vorliegt. Dieses Dokument bestätigt, dass die Immobilie alle gesetzlichen Voraussetzungen zum Bewohnen erfüllt.
Ohne diese Bescheinigung kann der Notar den Kaufvertrag nicht beurkunden.
7 – Verhandle den Kaufpreis und unterschreibe den Reservierungs- oder Anzahlungsvertrag
Nach Erhalt der Genehmigung und Abschluss aller rechtlichen Prüfungen vereinbarst du den Kaufpreis und unterschreibst den Reservierungs- oder Anzahlungsvertrag. Üblicherweise zahlst du dabei eine Anzahlung zwischen 10 % und 20 % des vereinbarten Kaufpreises. Dieser Vertrag legt alle Bedingungen sowie den Termin für die notarielle Beurkundung fest.
8 – Unterzeichne die notarielle Kaufurkunde
Der Verkauf erfolgt vor einem andorranischen Notar. Dabei wird der Eigentümerwechsel in den öffentlichen Urkunden eingetragen. Der Verkäufer übergibt das Certificat d’Habitabilitat. Falls erforderlich, wird gleichzeitig die Hypothek abgeschlossen. Außerdem begleichst du bei diesem Termin alle Steuern und Gebühren.
9 – Registriere die Immobilie und schließe die Versicherung ab
Nach der Unterzeichnung kümmert sich der Notar um die Eintragung des Eigentümerwechsels im andorranischen Grundbuch. Gleichzeitig solltest du die verpflichtende Wohngebäudeversicherung abschließen, die mindestens das Gebäude selbst absichert.
10 – Versorgungsverträge und „Bolleta d’Enginyer“
Nachdem du die Schlüssel erhalten hast, meldest du Strom (FEDA oder lokale Energieversorger je nach Gemeinde) sowie Wasser auf deinen Namen um.
Bei Neubauten übernimmt dies häufig der Bauträger. Bei Bestandsimmobilien benötigst du möglicherweise eine neue technische Bescheinigung, wenn die bisherige älter als zehn Jahre ist oder die Elektroinstallation veraltet wirkt. Dafür beauftragst du einen Ingenieur. Die Kosten liegen ungefähr zwischen €150 ($174) und €300 ($348).
Im Unterschied zu vielen anderen Ländern verlangen die Versorgungsunternehmen in Andorra häufig eine „Bolleta d’Enginyer“. Diese Bescheinigung bestätigt durch einen örtlichen Ingenieur, dass die Elektroinstallation den geltenden Vorschriften entspricht.
Wie bezahlt man ein Haus in Andorra?
Eine der häufigsten Fragen beim Immobilienkauf in Andorra betrifft die Zahlungsabwicklung.
Zunächst solltest du wissen, dass sämtliche Zahlungen über das zuvor eröffnete andorranische Bankkonto erfolgen müssen. Barzahlungen oberhalb der gesetzlich zulässigen Grenzen sind nach den Vorschriften zur Geldwäschebekämpfung nicht erlaubt. Außerdem musst du Geld aus dem Ausland rechtzeitig auf dein andorranisches Konto überweisen, damit die Mittel zum Zeitpunkt der Unterzeichnung verfügbar sind.
Gibt es Hypotheken für Nichtansässige? Ja, allerdings gelten strengere Bedingungen als für Einwohner. Andorranische Banken finanzieren bis zu 80 % des Immobilienwertes für Einwohner. Nichtansässige erhalten in der Regel höchstens 50–60 % des Schätzwertes. Deshalb solltest du genügend Eigenkapital einplanen, um mindestens 40–50 % des Kaufpreises sowie sämtliche Steuern und Nebenkosten zu decken.
Der durchschnittliche Hypothekenzinssatz liegt in Andorra bei rund 3,79 % (Stand 2024). Die Laufzeiten überschreiten häufig 14 Jahre. Banken bieten sowohl Festzins- als auch variable Hypotheken an. Zusätzlich kannst du bessere Konditionen erhalten, wenn du dein Gehalt dort eingehst oder weitere Bankprodukte nutzt.
Das Hypothekenverfahren ist sehr gründlich. Die Banken verlangen umfangreiche Nachweise über Einkommen, finanzielle Situation, bestehende Kredite sowie den geplanten Verwendungszweck der Immobilie. Da es im Fürstentum nur drei große Banken gibt, fällt der Angebotsvergleich begrenzt aus. Deshalb kann die Unterstützung durch einen lokalen Finanzberater sinnvoll sein.
Wenn du genügend Eigenkapital besitzt, vereinfacht eine Barzahlung den gesamten Kaufprozess erheblich und beseitigt die Unsicherheit einer Hypothekengenehmigung. Deshalb entscheiden sich viele ausländische Nichtansässige für diese Zahlungsart.

Tipps vor dem Hauskauf in Andorra
Eine Immobilie im Fürstentum zu kaufen bedeutet weit mehr als den Erwerb eines Hauses. Du investierst in einen der sichersten und steuerlich attraktivsten Standorte Europas. Gleichzeitig erfordern die Besonderheiten des andorranischen Rechts sowie die jüngsten Änderungen bei ausländischen Investitionen eine sorgfältige Vorbereitung. Die folgenden Empfehlungen helfen dir dabei, den Immobilienmarkt sicher und gut informiert zu durchlaufen.
1 – Arbeite von Anfang an mit einem lokalen Berater zusammen
Der andorranische Immobilienmarkt folgt eigenen Regeln. Außerdem änderte sich die Gesetzgebung in den vergangenen zwei Jahren deutlich. Ein Anwalt oder Berater mit Spezialisierung auf das andorranische Immobilienrecht kann dir kostspielige Fehler ersparen. Das gilt besonders für die Steuer auf ausländische Investitionen sowie die seit 2025 geltenden Kaufbeschränkungen.
2 – Bleibe vor, während und nach dem Kauf jederzeit online
Wenn du einen Immobilienkauf aus der Ferne organisierst, solltest du jederzeit erreichbar sein. Mit der Holafly eSIM für Andorra nutzt du sofort nach deiner Ankunft mobiles Internet. Du musst weder deine SIM-Karte wechseln noch nach einem WLAN suchen.
Für längere Aufenthalte oder die ersten Monate im Fürstentum empfehlen wir die monatlichen Holafly Tarife. Damit erhältst du unbegrenztes Datenvolumen, und zwar nicht nur in Andorra, sondern in mehr als 160 Ländern weltweit.
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3 – Die Genehmigungsquoten sind schnell ausgeschöpft
Seit 2025 verwaltet das Govern d’Andorra ein System mit jährlichen Genehmigungsquoten für ausländische Investitionen. Bei den jüngsten Vergaberunden waren die verfügbaren Plätze bereits nach wenigen Stunden vergeben. Hast du bereits eine passende Immobilie gefunden und fehlt nur noch die Genehmigung, solltest du den Antrag sofort einreichen.
4 – Prüfe alle Unterlagen vor der Unterzeichnung des Anzahlungsvertrags
Kontrolliere im Grundbuch, dass die Immobilie lastenfrei ist und ein gültiges Certificat d’Habitabilitat vorliegt. Prüfe außerdem, ob noch Gemeinschaftskosten oder offene Forderungen der Gemeinde bestehen. Schon ein einziges Problem kann den Kauf nach Zahlung der Anzahlung erheblich verzögern.
5 – Ziehe zunächst eine Mietwohnung in Betracht
Andorra ist zwar klein, dennoch besitzt jede Gemeinde ihren eigenen Charakter und unterschiedliche Lebensbedingungen. Wenn du zunächst sechs oder zwölf Monate zur Miete wohnst, lernst du die Umgebung besser kennen und kannst später eine fundiertere Kaufentscheidung treffen.
Der Mietmarkt in Andorra ist anspruchsvoll. Die Durchschnittsmiete liegt bei über €25/m² pro Monat ($29/m²), während ein komplettes Haus durchschnittlich fast €3.000 ($3.480) monatlich kostet. Dennoch lohnt sich diese Investition, wenn du eine Immobilie dieser Größenordnung kaufen möchtest.
Wenn du diesen Weg wählen möchtest, empfehlen wir dir unseren Artikel darüber, wo du während eines längeren Aufenthalts in Andorra wohnen kannst.
6 – Warnsignale, auf die du achten solltest
Sei vorsichtig, wenn Verkäufer dich zu einem Vertragsabschluss vor Erteilung der Investitionsgenehmigung drängen, ungewöhnlich niedrige Preise ohne nachvollziehbare Begründung anbieten oder kein Certificat d’Habitabilitat vorlegen können. Jede Zahlung vor der Genehmigung durch das Govern d’Andorra birgt rechtliche Risiken.
Ein Haus in Andorra zu kaufen bedeutet den Beginn eines neuen Lebensabschnitts mit Natur, Sicherheit und hoher Lebensqualität. Wir hoffen, dass dir dieser Leitfaden hilft, die beste Entscheidung für deine Zukunft und dein Budget zu treffen.
Häufig gestellte Fragen zum Hauskauf in Andorra
Ja, allerdings unter bestimmten Voraussetzungen. Seit April 2025 dürfen Nichtansässige höchstens zwei Wohnungen oder ein Einfamilienhaus erwerben. Außerdem benötigen sie eine vorherige Genehmigung des Govern d’Andorra und müssen die Steuer auf ausländische Immobilieninvestitionen zahlen. Diese beträgt 6 % beim ersten und 10 % beim zweiten Immobilienkauf.
Am meisten Zeit nimmt die Genehmigung für ausländische Investitionen in Anspruch. Die Bearbeitung dauert 15 bis 20 Arbeitstage. Die Eröffnung eines Bankkontos kann zusätzliche Wochen beanspruchen, wenn weitere Nachweise zur Herkunft der Gelder erforderlich sind. Insgesamt dauert der gesamte Kaufprozess vom Beginn der Formalitäten bis zur notariellen Beurkundung unter normalen Bedingungen etwa ein bis drei Monate.
Ja, allerdings gelten strengere Voraussetzungen. Andorranische Banken finanzieren für Nichtansässige in der Regel bis zu 50–60 % des Immobilienwertes. Einwohner können hingegen bis zu 80 % finanzieren. Das Genehmigungsverfahren ist anspruchsvoll und erfordert umfangreiche Nachweise über die Herkunft der Gelder sowie deine finanzielle Leistungsfähigkeit.
Dieses Dokument bestätigt, dass die Immobilie sämtliche gesetzlichen Anforderungen zum Bewohnen erfüllt. Ohne diese Bescheinigung kann der Notar den Kaufvertrag nicht beurkunden. Der Verkäufer muss das Dokument bereitstellen. Liegt kein gültiges Zertifikat vor oder ist es abgelaufen, musst du dieses Problem vor dem Kauf lösen.
Nein. Der Kauf einer Immobilie in Andorra verleiht dir nicht automatisch ein Aufenthaltsrecht. Allerdings zählt eine Immobilieninvestition zu den anerkannten Investitionen für die Beantragung einer passiven Aufenthaltserlaubnis. Dafür musst du unter anderem eine Mindestinvestition von €400.000 ($464.000) im Land nachweisen.
Die beim Immobilienkauf gezahlte Steuer auf ausländische Immobilieninvestitionen wird unter keinen Umständen erstattet. Das gilt auch dann, wenn du später mehr als drei Jahre rechtmäßig in Andorra wohnst. Diese Steuer stellt endgültige Erwerbskosten dar und keine rückzahlbare Sicherheitsleistung.
